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Corona-Pandemie: Ausbreitungsmodelle und Folgen

Reaktion wie bei einer Grippe-Epidemie?

„Weißbluten” der Bevölkerung als Strategie?

Entschleunigung der Ausbreitung durch Distanzbildung und -wahrung

Gefährlichkeit einiger Viren

Sterblichkeit Infizierter nach Altersgruppen / nach Vorerkrankungen

Grundmodell exponentieller Ausbreitung

Modell reduzierter Kontakte

Zeichenerklärung: Farbcode der Knotentypen

Rückwärtsermittlung und Vorwärtsverfolgung von Infektionsketten

Verlaufswege von Infektionen

Dunkelziffern aufgrund unvollständiger Entdeckung

Fatale Infektionsschübe für Deutschland

Handlungsmöglichkeiten

Reproduktionszahlen und Anforderungen an die Intensivmedizin

Der Lockdown

Aktuelle Statistiken

Übersterblichkeit

Berufseinschränkungen und wirtschaftliche Ausfälle

Folgen der wirtschaftlichen Ausfälle

Folgen der dann ausbleibenden Nachfrage

Die (Nicht-)Nachholbarkeit verschiedener Wirtschaftsleistungen

Wirkung von Zuschüssen nach der eingeschränkten Produktion

Wie wirkt das große Unterstützungspaket im Einzelnen?

Staat und Freiheitsrechte

Ausblick

Zitierte Quellen

Wissenschaft first Keine fakes Keine Verschwörungstheorien Andock-Glykoprotein S E-Protein (bindet anden Golgi-Apparatder Wirts-zelle) Lipid-Hülle (wasserabweisend,stört das Immunsystem,verklumpt bei Desinfektion/Seife) RNA-Genom (genetischer Bauplan) /> Mit dem S-Protein „dockt das Virus an den so-genannten ACE2-Rezeptor der menschlichenZellen an und kann dann durch die Zellmem-bran in die Zelle eindringen”[4]. Mehrere For-scherteams um Waradon Sungnak (WellcomeSanger Institute) fanden die Zellen mit denAndockproteinen TMPRSS2 und ACE2[5]:• die schleimproduzierenden Becherzellen und• Flimmerzellen in der Nase, und auch die• Hornhaut-Zellen des Auges (sind aber wohlkein relevanter Infektionsweg [ntv, 11.10.]). In Quarantäne Unerkannt infiziert Getestet infiziert Mit Symptomen Gestorben Geheilt (immun?) Sterblichkeit 10% 5% SARS COVID-19 Mutanten Pandemische Grippe Saisonale Grippe 01234r0 Reproduktionszahl Grundmodell exponentieller Ausbreitung: Fälle:12618Gesamt: 27 Modell reduzierter Kontakte (oder geringerer Ansteckungsgefahr): Fälle:1124Gesamt: 8 Infektions-Reihenfolge Rückwärtsermittlung (r) und Vorwärtsverfolgung (v) von Infektionsketten¹: ¹) aufgrund von Angaben Infizierter oder von ermittelten Kontakten r v v v r v v v Erkannter Infizierter Beispiel mit Dunkelziffern aufgrund unvollständiger Entdeckung: r v Tests und Ermittlungen Aufgrund von Symptomen erkannt Unerkannte Fälle:113Gesamt: 5 (Dies ist nur ein logisches Beispiel und erlaubt keine Abschätzung, wie hoch die Dunkelziffer in der Realität ist.) 4-Tage-R am 14.4.: 1,14 7-Tage-R am 14.4.: 1,11 Annahme: Die Reproduktionszahl r0 zählt die durchschnittlich von einem Infizierten Angesteckten. Die effektiveReproduktionsrate re ist durch Abstands- und Hygieneregeln, Einschränkung der sozialen und beruf-lichen Kontakte sowie Schutzmasken-Pflicht reduzierbar. Eine Zahl auch nur wenig über 1,0 führt zueiner jede Grenze überschreitenden (exponentiellen) Zunahme. Jede Zahl unter 1 führt dagegen zueinem subexponentiellen Verauf und zum Ausklingen der Epidemie. Praktisch schwankt diese Zahlerratisch. Auch sind ihre Daten um etwa anderthalb Wochen verzögert. ToteZeit Die neuen ansteckenderen Mutationen B.1.1.7 aus England, B.1.351 aus Südafrika undP.1 aus Brasilien stammen aus der gemeinsamen Mutation N501Y.  Die Mutation B.1.1.7unterscheidet sich vom Wildtyp an 17 Stellen. Sie ist um 64%? tödlicher und führt durch59-74% mehr Infizierte zu noch mehr Toten[15b].  Mathematiker Adam Kucharski: „EinAnstieg einer exponentiell wachsenden Größe kann viel stärker wirken als ein Anstieg, derein Ergebnis nur multipliziert.”[15] Eine Variante mit 50% mehr Infektiosität „wäre ein vielgrößeres Problem als eine Variante, die 50% tödlicher ist”[15a]. Die zusätzliche MutationE484K wie auch weiterer Selektionsdruck durch Impfen kann die Immunität schwächen. Fälle400003000020000100000 Prognose mit Mutanten [nach 14] +50% < erhöhtes R ≤ +60% +40% < erhöhtes R ≤ +50% +30% < erhöhtes R ≤ +40%  +0% < erhöhtes R ≤ +30% Verlauf ohne Mutanten 15.2.1.3.15.3.31.3. Durchschnittliche R-Wert-Senkung durch Lockdown[nach 14a]Schließung der GeschäfteKontakte nur 2 PersonenNachts Ausgangssperre 35 %26 %13 % Muta-tion !! 11,4Mutation P.1 aus Brasilien:300% ansteckender? 6,66,0Mutation B.1.1.7 aus Eng-land: 59-74% ansteckenderEs genügten Sekunden im Laden [ BI 15.2. ] Reproduk-tionswert r 3,8Reproduktionszahl für 11 europäi-sche Länder vor dem Lockdown[16] Bereich der ursprünglich vermuteten„natürlichen” Reproduktionszahlen r0 (noch ohne alle Hygiene-Regeln undKontakt-einschränkende Maßnahmen) 3,3 3,0 2,4 2,0 0 re= 1,31,21,11,00,90,80,7 Hier lässt sich ablesen, wann bei einem dauerhaften R-Faktorüber 1,0 die Kapazitätsgrenze der Intensivplätze erreicht wird: Benötigte Intensivplätze 3447724094 Grenze mit NotreserveIntensivbetten-Grenze ∼ Personalgrenze                r=1,3                    r=1,2                                                  r=1,1 r=1,0                                                                  r=0,9                                                                   r=0,8                                                                    r=0,7 April '21 Mai '21 Juni '21 Juli '21 August '21 September '21 Oktober '21 November '21 Am 30.1. belegt:20537 Verschiedene „Karriere”-Wege einer Infektion: unerkanntgestorben in Quarantäne Verdacht14 Tage nicht infiziert in Quarantäne getestet,infiziert mitSymptomen geheilt (vorerst immun) immer nochansteckend Da ein frisch Infizierter nicht sofort auf einen Test anspricht, wird eine Corona-verdächtigtePerson zunächst in Quarantäne genommen. Schlägt der Test auch nach 14 Tagen nicht an,so gilt die Person als nicht infiziert. Weist ein Test die Infektion entweder innerhalb der 14Tage Quarantäne oder direkt bei einer bisher unverdächtigen Person nach, gilt sie als getes-tet infiziert. Brechen die Symptome aus, kommt sie in isolierte medizinische Behandlung.Irgendwann verstirbt die Person entweder — oder sie kann als geheilt entlassen werden.Dann ist sie immun (wie lange?) und nicht mehr infektiös. Fa. Webastoin Stockdorf ab 27.1.2020 Hier waren dieInfektionskettennoch zu verfolgen. Karneval in Gangelt/Kreis Heinsberg am 15.2.2020 Ab hier hätten umfangreiche Testsder Heinsberger und dann der Ge-samtbevölkerung beginnen müssen(wie in Südkorea, WHO-Empfehlung). Ischgl war auch geo-grafisch der Ausgangs-punkt („Ground Zero”)für 48% aller Infek-tionen in Deutsch-land [Felbermayr, 12]. Skiurlaub inIschgl/Tirol am 7.3.2020 Rund 200 Deutschemit Reisebussen inIschgl. Keine Sper-re beim après-Ski. Fleischverarbeiter inNiedersachsen/NRW Juni/Juli 2020 Infizierte bei Tönnies (>1100)und Wiesenhof (66): Leiharbei-ter in Sammelunterkunft; un-belüftete, enge Arbeitsplätze. Fatale Infektionsschübe für Deutschland: nach Altersgruppen[17] Jahre:  0-910-1920-2930-3940-4950-5960-6970-79üb.80 15%10%5%0% 3,8%8,5%15,0% nach Vorerkrankungen[18] Herz-Kreis-DiabetesBluthoch-Atemwegs-Krebs lauf-Erkra.druckErkrankg. 13,2%9,2%8,4%8,0%7,6% Fallsterblichkeit Infizierter (in China) 0 71 3683 8531 10601 de: Triage (hypothet.) 8443 6792 5286 3188 2970 1145 1216 872 Wirkungen von Pandemie undLockdown auf die Sterbezahlen [→19,21] ⯅Erhöhte Infektiosität ⯅Erhöhte Mortalität ⯅Fehlende Impfung ⯅Isolations-Suizide ⯅Verschobene Operationen ⯅Folgen von Klinikmeidung ⯅Folgen von Praxismeidung Einhalten der AHA+L-Regeln Desinfizierende Mundspülung[21] Ein Viertel weniger Verkehrsunfälle Verbesserte Luftqualität Weniger Gewaltverbrechen Tote/KW: 30002800260024002200200018001600140012001000800600400200 KW:Monat:Januar| Februar|März|April|Mai|Juni|Juli|Aug. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 |← de: Untersterblichkeit→||←de: Übersterblichkt.→| de: Lockdown it: Lockdown it: Triage (Bergamo) 11,58,05,83,42,92,31,61,51,41,11,00,80,60,50 NutzungsbereichBele-Mas-Aufent-Zuluft/Atem-bedingtergungke?haltszeitPersonaktivitätR-Wert Oberschule100%nein6 h25 m³/hII50%nein6 h25 m³/hII50%ja6 h25 m³/hII Mehrpersonen-Büro50%nein8 h30 m³/hII20%ja8 h30 m³/hII Fitness-Studio50%nein½ h40 m³/hIV30%nein½ h40 m³/hIV Schwimmhallenein2 h40 m³/hIV Restaurant50%nein1½ h20 m³/hII25%nein1½ h20 m³/hII Fahrt: Fernbahn, -bus50%ja3 h30 m³/hII Sporthalle (Freizeit)50%nein1 h30 m³/hIV Shopping10 m²ja2 h20 m³/hIII Kino40%nein2 h30 m³/hII30%nein2 h30 m³/hII Supermarkt10 m²ja1 h25 m³/hIII Öff. Pers.-Nahverkehrja½ h20 m³/hII Friseur (Damen)ja2 h20 m³/hII Theater,Oper,Museum40%ja2 h30 m³/hII30%ja2 h30 m³/hII Mit ansteckenderen Mutanten verschieben sich die R-Werte nach oben. Die Reihenfolge aber bleibt erhalten. hypothetische Gestor-bene (d.h. ohne denfrühzeitigen Lockdown).Siehe Animation unter„Übersterblichkeit” unten 0,7 5,8 2,0 0,5 0,2 0,2 0,2 1,0 6,2 17,1 23,4 13,3 Corona-Gestorbene in Deutschland, monatsweisein 1000 Personen [nach 26b], Stand: 24.2.2021 Monat: 15% der Toten85% der Toten MrzAprMaiJunJulAugSepOktNovDezJanFeb Corona-Gestorbene je 100.000 Einwohner in einigen Nationen:[26]Stand: 15.4.2021,[26a]Stand: 5.3.2021 Mio.Einw. cz263? be20311,6 it19140,5 uk18767,9 us174331,0 br169212,6 es16446,8 fr15365,3 se13610,1 142 de9583,8 pt161? ch1158,7 au959,0 nl9217,1 ir7184,0 ru60145,9 tr3484,3 in11138,0 cn0,3144,0 symbolische, nicht pro-portionale Darstellung 31,43 us 14,07 in 13,67 br 5,21 fr 4,62 ru 4,40 uk 4,03 tr 3,81 it 3,39 es 3,09 de 1,59 cz 1,40 nl 0,94 be 0,89 se 0,83 pt 0,63 ch 0,59 au 0,11 kr Süd-Korea 0,10 cn Stand: Do. 15.4., abends Investitionsgüter-Produktion VerloreneProduktion Maschinen, Ersatzteile, Vorprodukte, Betriebsstoffe Zwischen-lager Produktion/Leistungen für Konsum VerloreneProduktion VerordneterAusfall Industrielle, bergmännische und landwirtschaftli-che Produktion, Dienstleistungen mit: kulturellenund sportlichen Events, Reisen, Gastronomie, Lä-den, Verleih, Vermietung, Versicherung, Banken, … Die Lager bilden einen kleinenPuffer zwischen Produktionund Verbrauch, aber aucheine Vorfinanzierungsspannezwischen Kosten und Umsatz. Verkaufs-lager Nur die lagerfä-higen Produkte Lagereffekte können aber kei-ne große Rolle spielen: Nur ⅓des BIP geht an die Güterpro-duktion, und die meisten Gü-ter sind nicht lange lagerfähig. Konsum ! ErzwungenerKonsumverzicht Kaufkraft für Käufe, Buchungen, Eintrittskarten, usw. Inhaber:Auflösung vonRücklagen Inhaber:Staatlich geförder-ter Bank-Kredit Inhaber:DirekterZuschuss Inhaber:Insolvenz,Sozialhilfe Beschäftigter:Entlassung, Ar-beitslosengeld Beschäftigter:Kurzarbeit undKurzarbeitsgeld SelbstständigeDienstleister:Kein Einkommen,aber lfd. Kosten Handwerker:Kaum Aufträge,kaum Einkommen,kaum nachholbar Veranstalter, Kunst-schaffende: teilws. Hy-gienekonzept gefordert,meist ohne Einkommen MittelständischesGewerbe: Zu hohePersonalkosten, Pro-duktion nachholbar? Industrielle Produk-tion: Hohe Personalko-sten, Produktionsstopp,aber teurer nachholbar Banken: Auszahlungen Banken: Kredite Staatshilfe, Umverteilung Staat+Arbeitslosenversicherung 1. Phase der Produktionsverbote2. Phase nach Produktionsfreigabe Nachholbar: Anteil am BIP 32%68% Nicht erlaubte Güterproduktion Zusätzliche GüterproduktionDie übliche Güterproduktion Nicht erlaubte Dienstleistungen(dazu zählen Reisen, Friseure, kulturelle u.sportliche Events, Gastronomie, Läden, …) Nur die üblichen Dienstleistungen(die Ausfälle sind nicht nachholbar) Güterproduzenten (G.)Dienstleister (D.) Lockdown: Erlaubte Gü-terproduktion Güterproduk-tionsausfall Zeitweise untersagte, nichtnachholbare Dienstleistungen Erlaubte/nachholba-re Dienstleistungen Kaufkraftneutra-le Einnahmen: aus Konsum aus Konsum Zu empfehlen: Indirekte Umverteilung:(per Geldmengen-Inflation) aus Kredit aus direktem Staatszuschuss NormaleEinnahmen: Förder-mittel: G.D. Umlaufende GeldmengeGesamt-Kaufkraft}100% Maßnahme:Wirkungen: Zeitweise MwSt--Senkungenum 20 Mrd.Preissenkungen→ + Konsum,vorgezogeneAnschaffungen ZuschussÖkostr.-Abgabe11 Mrd.Plangs.-sicher-heit fürEnergie Sozialgarantie5Mrd.begrenzt dieVersich.-Beiträge Kinder-bonus4,3Mrd.Konsum-Schub „Nachholbedarf”: Programm fürInnovationen und Nachhaltigkeit50 Mrd.Über viele Jahre verteilt zu inve-stieren, ist also nicht direkt eineKonjunkturhilfe. Wird erfahrungs-gemäß auch nicht voll abgerufen. Hilfen für beson-ders Betroffene25 Mrd.Branchen-orien-tierte Hilfe gem.erlittenen Um-satzeinbrüchen Für Kommunen13 Mrd.Hartz-IV-und Ge-werbest.-Ausgleich Populäre Vorstellung fest vorhandener Geldmengevs.Tatsächlich: Schöpfung von Buchgeld per Kredit „Alles muss bezahlt werden von den Steuerzahlern,nichts fällt vom Himmel.” Hohe Lasten der Steuerzahler.Angeblich weniger Wachstum bei hoher Schuldenquote.„Spätere Generationen werden sowohl mit den Zinsenals auch mit der Rückzahlung der Schulden belastet.” „Das Geld kommt aus dem Nichts”, geschaffen perVerbuchung von Darlehen auf dem Kontokorrent.Die EU kann soviel Geld aufnehmen wie sie möchte.Spätere Generationen erben nicht nur die Schulden,sondern auch die Vermögen in genau gleicher Höhe. +Gesundheit,Menschenleben Freiheit, Grundrechte,Selbstbestimmtheit+ Arbeitslosigkeit, Armut,Insolvenz, Rezession- +Beschäftigung, Wohlstand,Verbesserung der Lebensumstände -Gebote zum Schutz der Bevölkerung,Gemeinschaftsinteresse, Regeleinhaltung Kollaps des Gesundheitssystems,Menschenopfer (Triage)- KW:414243444546474849505152 Oktober|November|Dezember Reine Übersterblichkeit [destatis.de] 15.1.2021 Wochenweise: (Gestorbene 2020)- ((Gestorbene 2016 bis 2019) / 4) 010002000300040005000

Epidemiologen rechnen mit schubweisen Beschleunigungen lokaler Anhäufungen zunächst unentdeckter Infektionsketten und der Mathematik exponentieller Verbreitungen, die wir nicht aus der Alltagserfahrung gewohnt sind. Die Modelle enden damit, dass sich am Ende bei einer Rate von etwa zwei Dritteln der Bevölkerung (60-70%) an infiziert Gewese­nen und damit Immunisierten die Epidemie totläuft. Doch was geschieht in dieser Zeit?

I. Reaktion wie bei einer Grippe-Epidemie?

Zwar zeigen 80% der Infizierten (vor allem Jüngere) kaum merkbare Symptome bzw. nur solche wie bei einer saisonalen Grippe. Doch es gibt Unterschiede[1]:

COVID-19 (neues Coronavirus SARS-CoV-2) Grippe (Influenza) Erkältung
Vor allem in Risikogruppen (Alte, Vorer-
krankte) viel schwerer/tödlicher (r0>2).
~15% der Infizierten brauchen Sauer-
stoff, ~5% sogar künstliche Beatmung.
Kann bis zu 25000 Tote im Jahr
fordern (Frühjahr 2018).
Als Spanische Grippe forderte sie
1918–1920 sogar ~48 Mio.Tote.
Selten tödlich
 
 
Infizierte: evtl. symptomfrei bzw. Sympto-
me erst später, aber schon ansteckend
Schlagartiger Beginn
 
Beginn allmählich
 
Schwitzen, (kein Heu-)Schnupfen, Niesen,
Kurzatmigkeit, Halsschmerzen möglich
Schnupfen selten
 
Schnupfen+Niesen,
Halsschmerzen
Trockener Husten möglich Trockener Husten möglich Reizhusten, heiser
Gliederschmerzen eher selten Kopf-/Gliederschmerzen möglich   —
Fieber, Schwäche, Müdigk., Hunger möglich Fieber, Schwäche, Müdigkeit mögl.   —
Geschmacks- und Geruchssinn gemindert Weniger Geschmacks-/Geruchssinn   —
Sehr infektiös durch Tröpfchen (Niesen,
Husten) u. schwebende Aerosole (Singen)
Moderat infektiös, übertragen vor
allem durch Tröpfchen
  —
Virus auf der Haut bis zu 9 Stunden aktiv[2] Auf der Haut bis 1,8 Stunden aktiv[2]   —
Zugelassener Impfstoff wohl erst 2021;
vorher evtl. Mittel auf Antikörper-Basis
Jährlich neu angepasste Impfstoffe
wirken zu 15% (17/18) bis 78%[2a]
Hustenlöser
 
Geheilte bleiben unbekannte Zeit immun Geimpfte/Geheilte saisonal immun   —

style="display:inline-block;margin:auto;font-size:8px"> Teilweise nach [3]

• Die (ungenaue) Fallsterblichkeit (Anteil Gestorbener an gemeldeten Fällen) beträgt 3 bis 4%.

• Die präzisere Infektionssterblichkeit (Anteil Gestorbener an den tatsächlich infizierten Fäl-

len — gemessen auf Basis von Antikörpertests) beträgt lt. einer US-Metastudie[8a] 0,8% (statt

0,05% bei Grippe). Drosten: In Deutschland wegen höheren Durchschnittsalters eher 1%[8b]. COVID-19 hat also insgesamt eine (16 bis) 20 mal höhere Infektionssterblichkeit als die Grippe. Bei 35-44-Jährigen stirbt jeder 2000te Infizierte (wie bei Grippe), bei über 85-Jährigen jeder 3.!

 

Gefährlichkeit einiger Viren [nach 8, COVID-19 korrigiert nach 16]:

 

Vorläufige Forschungsergebnisse von Rechtsmedizinern an der Uni-Klinik Hamburg-Eppen-

dorf lassen vermuten, dass Thrombosen und Lungenembolien verstärkt werden können[6]. Sie fanden „das Lungengewebe in beiden Lungenflügeln durch schwere Entzündungspro­zesse stark verändert. Der Übergang von Sauerstoff ins Blut war” eingeschränkt und „be­einträchtigt die Atmung und kann … Atemnot verursachen.” Blutverdünner könnten helfen. 7 der 12 Obduzierten hatten eine unentdeckte „tiefe Venenthrombose in beiden Beinen”.

Gefäßschäden gelten nun aber eher als Folgewirkung der COVID-19-Infektion[7]. Laut RKI

„beläuft sich der Verlust an Lebenszeit durch Covid-19 im Durchschnitt auf 9,6 Jahre”[7a].

II. „Weißbluten” der Bevölkerung als Strategie?

Eine politische Strategie, welche die Regierung Boris Johnson in Großbritannien zeitweise zu verfolgen schien: Anstreben einer „Herden-Immunität” durch Beibehaltung gewohnter sozialer Kontakte mit Inkaufnahme auch schwerster Erkrankungen mit Todesfolge, „bis kein Blut mehr fließt”, also die überlebende Bevölkerung „durchimmunisiert” ist. Vorteile: Schnellerer Verlauf und kaum Beeinträchtigung der Wirtschaft. Nachteil: Unzählige zusätz­liche Tote auch durch Überlastung des Gesundheitswesens. Und: Hält die Immunität an?

III. Entschleunigung der Ausbreitung durch Distanzbildung und -wahrung

Die Reproduktionszahl r0 („Wieviele steckt ein Infizierter durchschnittlich an?”) mißt die normale (uneingedämmte) Infektiosität eines Virus.

 

Annahme:Jeder Infizierte steckt in jeder einzelnen Phase genau 2 weitere Personen an (rP=2).„Natürlich” (bei ungehemmten Kontakten) werden aber 3 bis 4 Personen angesteckt,bei einigen Mutanten sogar um die 6 oder mehr.

 

Annahme: Jeder Infizierte steckt in jeder Phase genau eine weitere Person an (rP=1).

 

Zeichenerklärung:

 

Annahme: In der vorangegangenen Phase wurde der Infizierte durch einen direkt Kontaktier-ten angesteckt und steckt in den nächsten Phasen weitere direkt Kontaktierte an.

Ab einer gewissen Cluster-Größe bzw. Zahl verfügbarer Mitarbeiter der Gesundheitsämter ist die­se Nachverfolgung kaum noch leistbar. Amtsärzte: Die Warn-App sei ohne Datenweiterleitung für

Gesundheitsämter nutzlos[8d]. Drosten empfiehlt langfristig nur noch Konzentration auf die Rück-

wärtsverfolgung zum Aufspüren von Super-Spreadern.[8e]

 

 

Annahme: Erkennen eines – von bekanntem Infizierten aus – rückermittelten Infizierers unddes von diesem Angesteckten. Ein anderer Infizierter wird an Symptomen erkannt.

 

Handlungsmöglichkeiten:

Ziel intaktes Gesundheitssystem: Intensivbehandlungsgrenze nicht überschreiten (Triage verletzt Würde, Art. 1 GG), Leistbarkeit von Testumfang und Infektionsketten-Verfolgung.

Erfassen Behandeln Eindämmen
Testen, Nachverfolgen, Statistiken, Warn-App? Intensivplätze, Perso­nal, Material, Impfen? Quarantäne, Hygiene, Abstand, Mas­ken, Lüften, Berufseinschränkungen

China hat sehr früh die vollständige RNA des Virus entziffert und andere Forscher detail­liert informiert. Das bildete die Grundlage für verschiedene inzwischen entwickelte Tests. Die ersten Rückverfolgungen der Infektionsketten konnten die Gesundheitsämter mit vor­handenem Personal leisten. In Heinsberg wurden Karnevalsgäste öffentlich aufgefordert, sich zu melden. Mindestens ein Teilnehmer meldete sich nicht und verstarb an Covid-19.

Auf der Behandlungsseite überwogen prozentuale statt verdoppelnder Verbesserungen:

• Personal: Umschulung in der Pflege, Reaktivierung ausgeschiedener Kräfte, Medizinstu­denten, Bundeswehr, auch mehr Laborkräfte für die Tests — gleichzeitig sinken die Per­sonalstärken durch zunehmende Infektionen im medizinischen/pflegerischen Personal;

• Material: Test-Sätze für alle, (teilweise private) Anfertigung von Atemschutzmasken, Produktion von weiteren Beatmungsgeräten;

• Intensivplätze: Aufschieben der Behandlung anderer Fälle, Umwidmung anderer Räume.

Problemlösungen von der Behandlungsseite her waren wohl von vornherein aussichtslos. Unsere Intensivplätze hätten auch nur wenige Wochen länger gereicht als Italiens 5000.

Am 30.1.21: 20537 von 24094 Intensivbetten belegt (2398 beatmet), + 10383 Not-Reserve[28].

Intensivärzte dazu: „Das Problem ist eher der Mangel an Personal als an Geräten.”[29]

Es drohten Ende März 2020 apokalyptische Zeiten — aber die Gefahr kann wiederkehren. Maßnahmen waren zu finden, die die Reproduktionszahl („verzögerte Ansteckungs­rate”) schnell unter 1,0 brächten. Sonst drohe Erschöpfung der Intensivplätze und Übergang zum Triage-System der Katastrophenmedizin, das Patienten in drei Kategorien einteilt:

0 - Eine wenig aussichtsreiche oder aufwendige Behandlung wird nicht durchgeführt — nach schnell entscheidbaren Kriterien (z.B. nach Alter: Bergamo zeitweise 85 Jahre,

Straßburg sogar 75 Jahre [13]) oder nach Beratschlagung;

1 - Behandlung dringend geboten/aussichtsreich nach zu erwartender Restlebensdauer;

2 - Behandlung kann noch warten.

Es ging um die „Würde des Menschen”, um in Krankenhaus-Korridoren einsam Sterbende.

 

Variationen der Reproduktionszahl und Anforderungen an die Intensivmedizin: Prof. Drosten: Liege der R-Wert bei 0,9, dauere es nach einer Faustformel etwa einen Monat, bis sichdie Zahl der Infizierten halbiere — bei einem R-Wert von 0,7 nur eine Woche[11]. DIVI-Präsident Marxmahnt: Lockerungen erst bei einer Zahl an COVID-19-Intensivpatienten unter 1000 vornehmen! [11a]

Kanzlerin Merkel am 16.4., gestützt auf[13a], beginnend ab R=1,0: „Schon wenn   …   jeder 1,1 Menschen ansteckt, dann sind wir im Oktober wieder an der Leistungsfähigkeit unseres Gesund­heitssystems mit den angenommenen Intensivbetten. Wenn wir 1,2 haben,   …   dann kommen wir im Juli schon an die Belastungsgrenze unseres Gesundheitssystems. Und bei 1,3   …   sind wir

im Juni an der Belastungsgrenze unseres Gesundheitssystems”[14b]. Die Grafik oben passt dies an die fortgeschrittene Zeit und aktuelle Kapazitäten an.

Die in der brenzligen Lage am 22.3.20 beschlossenen Lockdown-Maßnahmen bewirkten ein Wunder: Erst fanden die Fallverdopplungen immer langsamer statt, dann wurden die Reproduktionszahlen von „natürlichen” 3,3–3,8 auf unter 1,0 gedrückt ! Das heißt, das Maßnahmenbündel konnte die Ansteckungsrate auf etwa ein Viertel reduzieren !

Die Reproduktionszahl über 11 europäische Länder wurde von 3,8 bei Pandemie-Beginn

bis zum 4.5. auf unter 1,0 gesenkt. Das rettete damals über drei Millionen Leben[16].

Probleme: a) Kalibrierung: Welcher Maßnahmen-Mix bringt die R-Zahl sicher unter 1,0?   b) Motivation: Verhalten sich die Menschen auch im nächsten Monat noch ebenso?

Kanzleramtschef Braun zu Oktober-Beschlüssen: „Wir ha­ben diesen Vorsprung, den wir … hatten, erst aufgebraucht, bevor wir angefangen haben, dann konsequenter zu handeln. …

Wir hätten schon Mitte Oktober entscheidender und deutlicher handeln müssen”.[11c]

Das am 23.4.21 in Kraft getretene neue Bundesinfektionsschutzgesetz beinhaltet[11d]:

7-Tage-Inzidenz
I < 100
7-Tage-Inzidenz
I ≥ 100
7-Tage-Inzidenz
I ≥ 150
3-Tage-Inzidenz  I* ≥ 165
(an mind. 3 aufeinanderfolgenden Tagen)
Bundes-
länder 
max. 2 Haushalte Ein Haushalt darf max. 1 Person treffen  Härtere


 Regeln


 möglich
 
Beliebiges Ausgehen Kein Ausgang von 22 bis 5 Uhr (ab 21 Uhr in HH)
Sport draußen erlaubt aber Sport (einzeln) bis 24 Uhr
u.A.Präsenzunterricht Bei Wechselunterricht: 2x/Wo. Test Distanz-Unterricht (zwingend zu Hause)
Lebenswichtige Geschäfte und Dienstleistungen unter Hygiene- und Maskenpflicht geöffnet/erlaubt
Geschäfte m. Termin+aktuellem Test Nur Friseur und Fußpflege — mit Termin und aktuellem Test
Gewerbe/Betriebe/Büros: Verstärkte Homeoffice-Pflicht, wo möglich, sonst regelmäßige Test-Pflicht
Gastro außen offen Gastronomie und Hotellerie schliessen, Zoos bleiben offen, Sport ohne Zuschauer
ab ??.5. Aufhebung der ?-Pflichten für Endgeimpfte und Genesene? MV eher?
Öffnungs-/Kontakt-Regeln für Haushalte Ausgang, Einzelsport Schulen, Kitas Handel, Dienstleister Betriebe Gastronomie, Kultur, Sportligen

 

Bestätigte Fälle und Gestorbene[25]Aerosol-Ansteckung in Innenräumen[25a]in Mio. Personen

(Die Fallzahlen sind kumulativ — sie enthalten also auch die bereits Genesenen)

 

Übersterblichkeit

„Übersterblichkeit bezeichnet die Anzahl an Todesfällen, die über einem historischen Mittel lie-

gen.”[19] COVID-19-Sterbezahlen kann man so genauer schätzen als über gemeldete, die u.A.

von der Testhäufigkeit abhängen. Vergleiche gibt es aber oft nur aus Zeitungsrecherchen[19a]. Nicht woran sie starben, sondern ob und wann es einen Lock­down gab, ist von Belang. Nur in Deutschland (und Norwegen, Österreich, Dänemark) starben so Wenige wie in Grippejahren. Grippe vor dem Lockdown verhält sich zu den Infektionen unter AHA+L-Regeln wie Äpfel und Birnen[→Unlogik]. Prof. Streeck: „Das Virus ist mindestens viermal gefährlicher” als die saisona-

le Grippe[23]. Prof. Drosten: COVID-19 ist sogar (16–)20 mal infektionssterblicher als Grippe.[23a]

Im März stieg in Italien die Zahl Gestorbener steil an — im 3. Märzdrittel auf nahezu das Doppelte

des jahreszeitlich Gewohnten. Spanien lag dann noch höher.[24]. Deutschland beschloss am 22.3. den Lockdown, um Ähnliches zu verhindern. Nach einer Übersterblichkeit bis Anfang Mai griffen die Maßnahmen. Hypothetisch gezeigt: Was unserem Gesundheitssystem sonst passiert wäre:

Deutschland:2016-20192020Bayern:2016-20192020Italien:2017-20192020[19]2020: hypothetischer Verlauf (ab KW 14, relativ wie ab KW 10 in Italien, additive Berechnung)hypothetische Extra-Tote pro KW (insgesamt 52798 extra ⇒ COVID-19-Tote versechsfacht)

Prof. Drosten: Der deutsche Erfolg gehe schlichtweg darauf zurück, dass Deutschland ungefähr

vier Wochen früher reagiert habe als andere Länder.[20b] Jürgen Margraf (Uni Bochum): „wo die Regeln besser eingehalten werden, sind in den letzten zwölf Wochen über dreizehnmal weni-

ger Menschen gestorben als in Ländern, in denen die Regeln kritischer gesehen werden.”[24b]

IV. Berufseinschränkungen und wirtschaftliche Ausfälle im Lockdown

Verbote oder Einschränkungen: Gastronomie, Non-food-Läden, Friseure, Reiseveranstalter, Theater, usw.  Schließung von Schulen und Kindergärten zwingt Eltern zu Arbeitsverzicht.

 

(Reale)Folgen der wirtschaftlichen Ausfälle

 

 

Folgen ausbleibender Einnahmen/fortlaufender Kosten (monetär)

 

Die (Nicht-)Nachholbarkeit verschiedener Wirtschaftsleistungen

Güterproduzenten können i. Allg. die ausgefallene Produktion nachholen und brauchen allenfalls Kredite zur Überbrückung. Wer wegen weggebrochener Nachfrage nicht nachho­len kann oder nicht kreditwürdig ist, verliert seine wirtschaftliche Existenzberechtigung. Dienstleister, die termingebunden arbeiten, können (soweit sie kein Homeoffice nutzen) nicht nachholen. Sie brauchen statt Krediten echte Staatszuschüsse. Die Bürger haben danach zwar mehr Geld, aber mit weniger Konsum-Optionen (mangels Produktion) insge­samt eher weniger Kaufkraft. Das gibt eine große, aber doch systematische Umverteilung.

 

Wirkung von Zuschüssen, nach der eingeschränkten Produktion Sich ergebende Verschiebungen bei Geldmenge und Kaufkraft:

Für den Ausfall sind Güterproduzenten und Dienstleister auf Hilfen angewiesen. Davor und danach verdienen sie aus vorhandenem Konsum. Die Hilfe wirkt umverteilend/leicht infla­tionierend (mehr Geld, nicht mehr Kaufkraft). Güterproduzenten können Ausfälle nachho­len (Überbrückungskredite reichen). Dienstleister brauchen nicht-rückzahlbare Zuschüsse.

 

Wie wirkt das große Unterstützungspaket im Einzelnen? Am 4.6. wurde ein Paket von 130 Mrd. € zum Auffangen der Wirtschaft beschlossen[36]. Woher stammt das einzusetzende bzw. zu verrechnende Geld?

Die Analyse des Ökonomen Branko Milanović: „Diese Krise lässt sich nicht mit der Steue­rung der Nachfrage lösen, noch nicht mal mit Geldpolitik wie zu Zeiten der letzten Finanz-

krise. Es ist eine Krise auf beiden Seiten: der Angebots- und der Nachfrageseite.”[38]

Die Bürger glauben, mit dem vielen Geld sei auch der real zu verteilende Kuchen (Kaufkraft) größer ge­worden. Das Gegenteil ist der Fall: Was nicht produziert ist, kann auch nicht konsumiert werden. Keynes' Rezept der Staatsaufträge mit Multiplikator (induzierter privater Nachfrage) greift nicht, weil es nicht an Aufträgen fehlt, sondern an der Produktionserlaubnis. Dienstleistungen machen mehr als ⅔ des Bruttoinlandsprodukts aus — ihr Ausfall ist nicht-nachholbar. Geldliche Mittel wie Kredite, Auflösung von Rückstellungen, Zuschüsse oder Kurzarbeitsgeld verteilen Gelder nur um und/oder erhöhen das Preisni­veau. Nur Weniges ist länger einlagerbar.

Staatsüberschüsse sparen nichts an, sondern vernichten Wachstum. Es ist egal, ob vorher „gut gewirt­schaftet” wurde — Staatsausgaben stammen volkswirtschaftlich immer aus laufender Wirtschaftsleistung.

V. Staat und Freiheitsrechte

Als Beispiel kann man der Forderung „Freie Fahrt für freie Bürger” (keine Höchstgeschwin­digkeit!) der 1970er das allgemeine Recht auf Waffentragen in den USA gegenüber stellen.

Inzwischen gibt es in den meisten betroffenen Ländern Ausgangsbeschränkungen, Kon­taktverbote und Maskenregeln. Eingriffe in Freizügigkeit oder Versammlungsfreiheit sollten allerdings nur wegen schwerer Gefährdungen und nur vorübergehend gerechtfertigt sein.

VI. Ausblick

Die Politik steht vor einem mehrfachen Dilemma:

Die drei Dimensionen der Zielkonflikte

Denken die Querdenker? Oder lassen sie sich nur vor den kommerziellen Wagen der Klagepaten

spannen[39]?  Was ist mit R-Werten, Inzidenzen, Zurückverfolgung und Intensivplätzen[40]?

Verschwörungstheorien? Die einzige Verschwörungstheorie, der ich glaube, ist, dass fast alle Verschwörungstheorien in Russland und noch einige in China und Trumps Umfeld

erdacht wurden[41]. Besonders dem hochprofessionellen St. Petersburger Team[42] scheint es einen Heidenspaß zu machen, möglichst verrückte Theorien ins Internet zu lan­cieren und zu sehen, wie sie sich tatsächlich in sozialen Medien verbreiten und geglaubt werden.

 


[2]) R. Hirose, H. Ikegaya, Y. Naito, N. Watanabe, T. Yoshida, R. Bandou, T. Daidoji, Y. Itoh, T. Nakaya: “Survival of SARS-CoV-2 and influenza virus on the human skin: Importance of hand hygiene in COVID-19“. Clinical Infection Diseases, 3.10.20.
[2a]) Celine Müller: „Wie gut schützte die Grippeimpfung 2018/19?”, Seite 2. DAZ.online, 8.10.2019.
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[11c]) Kanzleramtschef im Interview: Braun: „Der Fehler ist im Oktober passiert”. n-tv, 7.1.2021.
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[14]) Patrick Stotz, Marcel Pauly: „Mutanten: Warum die sinkenden Infiziertenzahlen trügerisch sind”. SPIEGEL, 8.2.21.
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[15b]) Anne Bäurle, Wolfgang Geissel, Marco Mrusek: „Wohl deutlich höheres Mortalitätsrisiko bei SARS-CoV-2-Variante B.1.1.7”. Ärztezeitung, 15.3.2021.
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[22]) Kai Stoppel: „Wichtige Pandemie-Bremse? Mundspülung hilft gegen Coronaviren”. n-tv.de, 16.9.2020.
[23]) Klaus Wedekind: „Virologe Streeck zerlegt wirre Corona-Thesen”. n-tv.de, 18.9.2020.
[23a]) Kai Stoppel: „Drosten wagt eine Schätzung: Wie tödlich ist Corona in Deutschland?” n-tv.de, 8.10.2020.
[24]) Janine Aron, John Muellbauer: “England is the European outlier in the Covid-19 pandemic”. VOXEU/CEPR, 28.5.2020.
[24b]) dpa: „Studie: Bei guter Einhaltung der Corona-Regeln weniger Tote”. Süddeutsche Zeitung, 24.8.2020.
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[25a]) Martin Kriegel, Anne Hartmann: „Covid-19 Ansteckung über Aerosolpartikel. Vergleichende Bewertung von Innenräu­men hinsichtlich des situationsbedingten R-Wertes”. Hermann-Rietschel-Institut, TU Berlin; 10.2.2021.
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[26b]) Rainer Radtke: „Anzahl (COVID-19) in Deutschland seit Januar 2020”. de.statista.com, 24.2.2021.
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[37]) Max Borowski: „Konjunkturhilfen im Einzelcheck: Wie die 130 Milliarden wirken”. ntv.de, 4.6.2020.
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[39]) Ein neues Geschäftsmodell der Anwaltsindustrie? Andreas Bergholz: Dubiose Abrechnung und Sammelklagen der Quer­den­ker/Klagepaten. Volksverpetzer, 16.9.2020.  Wie wär's stattdessen mit 'ner Demo “Klardenken 4711” in Duisburg?
[40]) dpa: „Steigende Corona-Zahlen: Debatte um Auflagen und Warn-System’”. Handelsblatt, 25.9.2020.
[41]) “EEAS Special Report Update: Short Assessment of Narratives and Disinformartion around the CoVid-19/Coronavirus Pandemic (Updated 2–22 April) ”. EU vs. DiSinNFO, 24.4.2020.
Kurzbewertung deutsch: „Bekämpfung von Desinformation zum Coronavirus”. European Union External Action, 5.2020.
[42]) WikipediA: „Troll-Armee”. de.wikipedia.org. Abgerufen am 3.8.2020.

© Oskar Fuhlrott,