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Verteilungsprobleme: Die wirklichen Ursachen

Ungleichheit: Brennendes Problem und seine populäre Erklärung

Gehaltsunterschiede

Gesamtgewinn entsteht nicht aus Wirtschaftswachstum

Gesamtgewinn entsteht nicht aus einem Verteilungskampf

Defizite, Verschulden und Gewinne

Auseinandersetzung mit der MMT-Bewegung

Mindestlohn und Umverteilung

Nur Aufteilen oder Vermehren?

Ungleichheit: Brennendes Problem mit populärer Erklärung

Pikettys Thema[1] ist akut, seine Erklärung[2] zweifelhaft.

Gehaltsunterschiede

Piketty liegt hier richtig. Von wegen Humankapital: Produktivität oder Macht[3] (siehe Boni).

Gesamtgewinn entsteht nicht aus Wirtschaftswachstum

Piketty irrt: Es gibt keine gesamtwirtschaftliche Kapitalrendite.
Wirtschaftstheorie irrt hier seit über 200 Jahren.
Binswangers Analyse[4] verknüpft fälschlich Wachstum und Gesamtgewinn. Produktivitätssteigerungen können das Wachstum fördern, aber nicht den Gesamtgewinn. Investitionen wirken über den Ausgabeneffekt auf den Konsum und damit auf den Gesamtgewinn.

Gesamtgewinn entsteht nicht aus einem Verteilungskampf

Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften irren hier (oder tun so). Der Preismechanismus sorgt dafür, dass weder ein Anheben des Lohnsatzes den Reallohn erhöht noch ein Aufschlag auf die Preise den Gesamtgewinn vergrößert.

(Hier soll eine Animation eingefügt werden)

Defizite, Verschulden und Gewinne

Defizite und Verschulden anderer Sektoren verhelfen dem Firmensektor zum Gesamtge­winn. Alles Andere stärkt allenfalls die relativen Gewinne, d.h. die Verteilung unter den Firmen.

Auseinandersetzung mit der MMT-Bewegung

MMT: Eine vernünftiges Ziel sei Garantie der Vollbeschäftigung über eine fortschrei­tende Verschuldung des Staates — aber sie würde wegen der Zinszahlungen lang­fristig den 1-Prozentern statt den 99-Prozen­tern nützen.

Mindestlohn und Umverteilung

Mindestlohn senkt zwar nicht (wie befürchtet wurde) die Beschäftigung, aber erhöht auch nicht das Gesamtlohnniveau (wie naiv erhofft wurde), sondern eb­net nur die Verteilung et­was ein. Solange die starke Ungleichverteilung anhält (doch die Gewinnsituation kann sich schnell ändern, die Vermögens­si­tuation danach aber erst allmählich) bleibt als wirksamstes Mit­tel dage­gen nur eine gerech­te Sekundärver­teilung: Belas­tung der Wohlhaben­deren über Steuern und Gebühren und Ent­lastung der Anderen. Problem: Wie entlastet man die Ärm­sten, die nicht einmal Steuern zahlen und von Hartz-4 nicht leben können?

Nur Aufteilen oder Vermehren?

Bei Verteilung wird zu oft nur an eine Aufteilung des Vorhandenen zwischen zwei Gruppen gedacht — ein Nullsummenspiel[9]. Dabei kann die Unterstützung von unterprivilegierten Schichten oder armen Ländern Kräfte freisetzen, die zu einer „Vergrößerung des Kuchens” führen.


[1]) Thomas Piketty: „Das Kapital im 21. Jahrhundert”, (frz. Original 2013.) C.H.Beck Verlag; 2. Auflage 2018.
[2]) WIKIPEDIA: „Das Kapital im 21. Jahrhundert”, abgerufen am 13.1.2019.
[3]) Blair Fix: “The trouble with human capital theory”, real-world economics review, issue no. 86, pp. 15ff., 10.12.2018.
[4]) Hans Christoph Binswanger: „Die Wachstumsspirale”, metropolis Verlag, Januar 2013.
[9]) Madsen Piric: “Logical Fallacy: Argumentum Ad Hominem or Zero Sum Game”, CONTINENTAL TELEGRAPH, 25.11.2018.

Oskar Fuhlrott,