E - Mikroökonomik: Märkte und Wettbewerb

Bildung von Märkten

Bei mehreren Anbietern oder Nachfragern der gleichen Produktart sind Preis­entscheidungen nicht mehr unabhängig voneinander: Es entsteht ein Markt.

Wenige Anbieter oder Nachfrager: Monopole und Oligopole

Wenn alle Anbieter zu den gleichen Bedingungen wirtschaften (homogenes Oligopol), sinkt der Markt­anteil jedes Einzelnen mit der Zahl der Anbieter a:

Nach-frager Anbie-ter 1 Anbie-ter 2 Anbie-ter 3 Anbie-ter 4 Anbie-ter 5 Mit der Anbieterzahl sinkende Absatzanteile nach [1]: x(p)=a-r·p s = bei Annäherung an Nullpreis erzielbare Sättigungsmenge r = Reagibilität (Preiselastizität der Nachfrage) Preis Prohibi-tivpreis s/r 0 Verkaufsmengex pro Anbieter s = Sättigungsmenge a=2 (Duopol) a=3 a=1 (Monopol)

Monopolisten und gemeinsam auch Oligopolisten sind Preissetzer. Aber er­höht ein einzelner Oligopolist „… seinen Preis im Alleingang …, wird er seinen gesamten Absatz an die Konkurrenten verlieren” [1].

„Beim Monopol … liegt … der Preis über dem Grenzer­lös” [2].

Grenzerlös = Umsatzzuwachs durch eine zusätzlich verkaufte Mengeneinheit = Preis im Polypol.  

Sehr viele Akteure: Vollkommene Konkurrenz (Polypol)

Tendenz zum Einheitspreis, weil jeder Abweichler auch hier seinen Absatz an die Konkurrenten verliert. Polypo­listen sind daher Mengenanpas­ser.

Ressourcen-Allokation (Zuordnung von Produktionsfaktoren)

Mikroökonomisch streben die Akteure eine effiziente Allokation der Wirtschafts­faktoren auf einträg­lich­ste Verwen­dungen an. Makroökonomisch wird z.B. kei­ne höchstmögliche Allo­kation von Arbeitskräften (Vollbeschäftigung) bewirkt.

„Das Marktsystem konzentriert sich auf die Gewinne und nicht die Allokation. Es kann ohne Weiteres mit einer ineffizienten Allokation überleben, aber nicht ohne positiven Gesamtgewinn.” [3, übersetzt]

Ausschluss einer Mikrofundierung

Alle diese Marktvorgänge haben keine makroökonomische Wirkung etwa auf Gesamtgewinn oder Preis­niveau. Und der Ausweg „repräsentativer Agen­ten” vernachlässigt rückge­kop­pelte Kreislauf­wirkungen. Jene Theorien und Effekte sind daher nicht Makro-fähig für die Systemische Makroöko­nomie.

Grund ist auch der Effekt relativer Preise auf das Budget [4]: „… wenn ein Gut im Preis steigt …, dann müs­sen andere Güter im Preis fallen. Das zusätzliche Geld, das für dieses Gut ausgegeben wurde, wird aus anderen Käufen abgezogen.” Wein­traubs Axiomensystem[5] wird so mathematisch über­definiert.


[1]) Dirk Piekenbrock: „Preisabsatzfunktion”, Gabler Wirtschaftslexikon, abgerufen am 8.4.2019.
[2]) „Preis und Menge im Monopol”. wiwiweb.de, abgerufen am 10.4.2019.
[3]) Egmont Kakarot-Handtke: “Profit for Marxists”. MPRA 54800, München 26.3.2014.
[4]) Irving Fisher: “The Purchasing Power of Money”. The Online Library of Liberty. [1920].
[5]) Siehe Egmont Kakarot-Handtke: Weintraubs Axiome HC1 to HC5, in Lars P. Syll: “Macroeconomic ad hocery”. Verweis auf E. Roy Weintraub: Joan Robinson’s Critique of Equilibrium: An Appraisal. American Economic Review, Papers and Proceedings, 75(2), pp. 146–149.

Oskar Fuhlrott,